Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften

Denise Wakke

Germanistik/Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Vivien Heller

Büro: O.08.09
Tel.: (0202) 439-3285

E-Mail: wakke[at]uni-wuppertal.de

Sprechstunden im Sommersemester 2022:

Dienstag, 10.30-11.30 Uhr

Bitte melden Sie sich zu meiner Sprechstunde über den Moodle-Kurs ("Sprechstunde Wakke") an.

Sommersemester 2022:

  • Gesprächskompetenzen und ihre Didaktik (Dienstag, 8-10 Uhr)
  • Vermittlung und Förderung orthographischer Kompetenzen (Mittwoch, 8-10 Uhr)

seit 2019 Doktorandin / Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Sprachdidaktik) am Lehrstuhl von Prof. Dr. Vivien Heller an der Bergischen Universität Wuppertal

2019 M.Ed. für das Lehramt an Grundschulen für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch an der Bergischen Universität Wuppertal

2017 bis 2019 Studium der Fächer Sprachliche und Mathematische Grundbildung, Englisch und Bildungswissenschaften im Master of Education an der Bergischen Universität Wuppertal

2013 bis 2017 Studium der Fächer Germanistik u. Mathematik für die Grundschule und Anglistik im Kombi-B.A. an der Bergischen Universität Wuppertal

Betreuerin: Prof. Dr. Vivien Heller

HELFENDES HANDELN IN DER SCHULISCHEN PEER-INTERAKTION (Arbeitstitel)

Das Helfen ist ein positiv konnotiertes und sozial erwünschtes Verhalten. Es zielt darauf ab, eine andere Person bei der Bewältigung einer änderungswürdigen Situation zu unterstützen. Auf den schulischen Kontext bezogen ist das Helfen als wesentlicher Bestandteil der Lern- und Unterrichtskultur von eminenter Relevanz, da Schülerinnen und Schüler Hilfe ersuchen und sich gegenseitig helfen, um ihre Lernprozesse bzw. die ihrer Mitschüler*innen voranzubringen. Dabei stellt das Helfen komplexe Anforderungen an die Interaktionspartner. Bisherige vor allem sozial- und pädagogisch-psychologische Arbeiten fokussieren die intrapsychischen Prozesse der Beteiligten und stellen darüber hinaus die erforderlichen komplexen sozio-kognitiven Fähigkeiten heraus. Demgegenüber liegen nur wenige Untersuchungen vor, die auf die interaktiven Charakteristika des Helfens in der Schüler-Schüler-Interaktion fokussieren und deutlich machen, dass das Helfen nicht nur ein kognitiver und psychischer, sondern vor allem auch ein interaktiv organisierter Prozess ist. Zu den sprachlich-diskursiven Anforderungen des Helfens existieren allerdings bislang noch keine empirisch fundierten Erkenntnisse.
Ausgehend von dem lernförderlichen Potenzial, das dem schülerseitigen Helfen zugeschrieben wird, steht derzeit außerdem eine Untersuchung der fachlich-inhaltlichen Lerngelegenheiten, die schulische Hilfeinteraktionen evozieren, aus fachdidaktischer Perspektive aus. In der Untersuchung dieser Aspekte besteht folglich ein Desiderat.

Diese Forschungslücken adressierend untersucht das Dissertationsprojekt unter Bezugnahme auf die ethnomethodologische Konversationsanalyse das Helfen als Aktivitätstyp (Levinson, 1992) in der schulischen Peer-Interaktion. Als Datengrundlage dienen authentische videografierte Unterrichtsdaten zweier fünften Klassen aus dem Forschungsprojekt InterPass (Interaktive Verfahren der Etablierung von Passungen und Divergenzen für sprachliche und fachkulturelle Praktiken im Deutsch- und Mathematikunterricht. Rekonstruktive Unterrichtsstudie zur Erklärung gelingender oder misslingender Teilhabe an schulischen Lernprozessen, Ltg. Prof. Dr. Uta Quasthoff u. Prof. Dr. Susanne Prediger, TU Dortmund) und zweier zweiten Klassen. Die Studie rekonstruiert zum einen die gesprächsstrukturellen Anforderungen und Aufgaben des Helfens und zeigt auf, wie die Gesprächspartner die Interkation sequenziell bewältigen und welcher Methoden sie sich dabei bedienen. Zum anderen fokussiert sie auf die fachlich-inhaltlichen Lerngelegenheiten, die die Schüler*innen durch die Etablierung von Hilfebedarfen konstituieren, und untersucht, welche Lernchancen sich in den Interaktionen ergeben und wie diese genutzt werden. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie die Bewältigung der diskursiven Anforderungen mit dem lernförderlichen Potenzial des Helfens auf fachlicher Ebene zusammenhängt. Durch Einbeziehung der verschiedenen Schulformen und Alterststufen werden außerdem verschiedene Lehr-Lern-Kontexte in den Blick genommen, sodass ein ganzheitlicheres Bild von schulischen Hilfeinteraktionen gezeichnet werden kann. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für weiterführende Forschungsarbeiten 1) zur Gestaltung und Implementierung effektiver, d.h. fachlich-inhaltlich lernförderlicher Hilfeprozesse im Unterricht und 2) zur Förderung der Gesprächskompetenz von Schülerinnen und Schülern.

Artikel in Zeitschriften

Wakke, D., Heller, V. (2022). Helping as a Concurrent Activity: How Students Engage in Small Groups While Pursuing Classroom Tasks. Frontiers in Psychology 12, 784906. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.784906

Wakke, D. (2021): Being the helper and being the help recipient - manifesting (a) knowledge (deficit) in learning-related help interactions in educational peer talk. Vortrag auf der 4. Icar Colloque Doctorants/Docteurs (ICODOC) Conference, Lyon (online) 06.10.2021

Wakke, D. (2021): Establishing the interactive roles helper and help recipient in educational peer talk - epistemic stance-taking in learning-related help interactions. Vortrag auf der 17th International Pragmatics Conference (IPrA), Panel: Orientations to "knowing how" in interaction, Winterthur (online) 02.07.21.

Wakke, D. (2021): Helfendes Handeln in der schulischen Peer-Interaktion. Vortrag im Rahmen der digitalen Nachwuchstagung des Mercator-Instituts, Universität zu Köln (online) 03.03.21.

Wakke, D. (2021): (---) ich hab das nicht verSTANden;= / =WAS sollten wir jetzt machen? - Sequenzialität beim konversationellen Helfen in der schulischen Peer-Interaktion. Vortrag bei der 15. Jahrestagung der AG Mündlichkeit, Hofgeismar (online) 15.01.21.

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