Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Aktuelles

  • KoLiDi - Kollaborative Literaturgeschichte digital und interaktiv
    Projektförderung in Höhe von einer halben Million Euro eingeworben [mehr]
  • NEUERSCHEINUNG: Else Lasker-Schüler - Die Gedichte
    [mehr]
  • NEUERSCHEINUNG: Die Denkbücher Friedrich Heinrich Jacobis
    [mehr]
  • NEUERSCHEINUNG: Ethnografien und Interaktionsanalysen im schulischen Feld. Diskursive Praktiken und Passungen interdisziplinär
    [mehr]
  • NEUERSCHEINUNG: Kurt Schwitters: Alle Texte, Band 4
    [mehr]
zum Archiv ->

Sophia Victoria Krebs M.A.

Titel und Abstract des Dissertationsvorhabens

Arbeitstitel: Epistolographische Materialität und Briefsemiotik. Verschränkung textueller und materieller Codes in Privatbriefen

Betreuer: Prof. Dr. Wolfgang Lukas

Ein Brief kann Text, Bild, Handlung, Dokument und Austauschmedium zugleich sein. Die Basis der umfassenden historischen und philologischen Erschließung jedes handschriftlich verfassten Dokuments sollte zunächst die Analyse hinsichtlich seiner materiellen Aspekte sein.
  Briefe transportieren nicht nur textuelle, sondern auch nichttextuelle Informationen ‒ besonders die Erforschung materieller epistolographischer Phänomene stellt allerdings bislang in der Wissenschaft ein Derivat dar. In jüngster Zeit wird vermehrt das Augenmerk auf die mögliche Tragweite brieflicher Materialität gelegt, gleichzeitig sind bisher nur in Ansätzen Überlegungen angestellt worden, wie solche Phänomene editorisch adäquat repräsentiert werden können. Problematisch bei der inadäquaten Darstellung sind der Infomationsverlust und die mangelnde Akkuratesse, die damit einhergehen. Wege, Fakten, Provenienzen können nicht rekonstruiert werden; Zeichen und Aussagen fernab vom rein Graphemischen werden nicht nur nicht erschlossen, sondern durch die editorische Ignoranz nicht konserviert und können auf diese Weise unwiederbringlich verloren gehen, zumal durch die mangelhafte oder gar ausbleibende Repräsentation die Nutzerinnen und Nutzer der Möglichkeit, diese Informationen überhaupt rezipieren zu können, beraubt werden.
In der editorischen Praxis ist teilweise, so scheint es, kaum Bewusstsein darüber vorhanden, welche Informationen wie und warum dargestellt werden sollten. Es muss also zunächst erarbeitet werden, welcher Informationsverlust besteht und produziert wird, bevor dieser Missstand behoben werden kann. Die Beantwortung der Fragen, welche Informationen das sind und wie diese Informationen editorisch wiedergegeben werden können und sollen, ist Ziel der zu verfassenden Arbeit.
Dafür soll zunächst das Medium Brief in seiner Entwicklung als Kommunikationsinstanz betrachtet und die historischen Bedingtheiten herausgestellt werden. Ferner werden die Elemente, die konstitutiv für einen (Privat-)Brief sind, untersucht und u.a. hinsichtlich ihrer semiotischen Dimension untersucht werden; dies schließt die systematische Analyse zeitgenössischer Briefsteller ein. Alle Bestandteile des Briefs werden dafür herausgestellt, dokumentiert und schließlich analysiert.