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"Textschicksale. Das Werk Arthur Schnitzlers im Spannungsfeld von Produktion, Rezeption und Adaption"

Internationale Tagung zum 150. Geburtstag des Autors an der Bergischen Universität Wuppertal, 1.–3. November 2012

Arthur Schnitzlers erzählerische und dramatische Werke, die bis auf den heutigen Tag nachhaltige Faszination ausüben, repräsentieren zugleich bemerkenswerte ‚Textschicksale‘. Zum einen sind sie, Schnitzlers Arbeitsgewohnheit entsprechend, mehrheitlich Resultat langer und komplexer, sich zum Teil über mehrere Jahrzehnte erstreckender, mit Stoffverzweigungen bzw. -fusionen einhergehender textgenetischer Prozesse. Zum anderen ist das Werk kaum eines anderen großen Autors der Klassischen Moderne in so vielfältiger Weise Objekt von produktiver Aneignung in Gestalt der Einrichtung und Adaption für Bühne, Film, Funk und Fernsehen geworden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Schnitzlers Texte, entgegen hartnäckigen Klischeevorstellungen von der ewigen Wiederkehr derselben Motive (»Liebe, Traum, Spiel und Tod« etc.), eine enorme thematisch-motivliche Bandbreite aufweisen und brennpunktartig eine Vielzahl diskursiver Stränge aus der Sozial-, Anthropologie-, Gender-, Denk- und Wissensgeschichte der Epoche (nicht nur der Psychoanalyse!) verknüpfen, wobei sie ihrerseits bereits zahlreiche wissenschaftliche wie literarische Fremdtexte verarbeiten.

Die Tagung zum 150. Geburtstag des österreichischen Autors will das Gesamtwerk in diesen genannten Perspektiven untersuchen. Mögliche Fragestellungen betreffen also

  • Aspekte der Produktion wie u.a.: Schreibgenealogie und Produktionsästhetik; gattungsspezifische Produktionslogiken (Gattungswechsel eines Stoffes vom Drama zu Novelle bzw. Roman oder umgekehrt; ein und derselbe Stoff als Drama und Novelle); Konstitution von Narrativität (‚Vom Schreiben zum Erzählen‘); Schnitzler als Rezipient von literarischen wie wissenschaftlichen Fremdtexten
  • Aspekte der Publikation wie: spezifische Publikationskontexte und die bedeutungstragende Dimension ihrer Medialität/Materialität (z.B. Zeitschriften- vs. Buchpublikation)
  • Aspekte der Rezeption wie: Übersetzungen und Aufführungen, speziell auch außerhalb des deutschsprachigen Raums
  • Aspekte der Adaption wie: Einrichtung für Musiktheater, Film, Funk und Fernsehen sowie das Phänomen plurimedialer Autorschaft (Schnitzler als Literat vs. als Drehbuch-bzw. Filmscriptautor).

 

Veranstaltungsort: Raum B.06.01/02 der Bergischen Universität Wuppertal

Veranstalter: Wolfgang Lukas und Michael Scheffel, Bergische Universität Wuppertal, Fachbereich A / Germanistik

 


Im Rahmen der Tagung "Textschicksale. Das Werk Arthur Schnitzlers im Spannungsfeld von Produktion, Rezeption und Adaption" findet am 1. November 2012 um 19 Uhr in der Historischen Stadthalle Wuppertal (Mahler Saal/Hindemith Saal) eine Vorführung des Stummfilmes "Fräulein Else" (1929) statt. Die Kartenreservierung ist ab dem 1. Oktober 2012 möglich.

Reservierung


Tagungsprogramm

Donnerstag, 1.11.2012

10.00 Uhr    Ankunft

10.30 Uhr    Eröffnung der Tagung: Wolfgang Lukas, Michael Scheffel 

I. EPOCHENÜBERGÄNGE I: DAS FRÜHWERK

11.00 Uhr – 11.45 Uhr
Karl Zieger (Lille): Arthur Schnitzler und der Naturalismus

11.45 Uhr – 12.30 Uhr
Stefan Scherer (Karlsruhe): Übergänge der Wiener Moderne. Schnitzlers frühe Prosa vor und nach 1890

12.30 Uhr – 14.00 Uhr     Mittagspause 

 II. EPOCHENÜBERGÄNGE II: DAS SPÄTWERK

14.00 Uhr – 14.45 Uhr
Michael Titzmann (Passau): Arthur Schnitzlers "Der letzte Brief eines Literaten". Versuch einer Interpretation

14.45 Uhr – 15.30 Uhr
Wolfgang Sabler, Maître de conférences (Amiens): Im Spiel der Sommerlüfte: Schnitzlers letzte Bilanz des „Konversationsstückes“

15.30 Uhr – 16.00 Uhr     Kaffeepause 

III. ARTHUR SCHNITZLER DIGITAL 

16.00 Uhr – 16.45 Uhr
Wolfgang Lukas (Wuppertal)/Michael Scheffel (Wuppertal):  Arthur Schnitzler digital: Die historisch-kritische Edition von Schnitzlers Spätwerk 

16.45 Uhr – 17.30 Uhr                   
Vivien Friedrich (Wuppertal): Die digitale Edition von "Fräulein Else": Ein Werkstattbericht 

19.00 Uhr     Historische Stadthalle Wuppertal
»Fräulein Else« (D 1929, Paul Czinner, mit Elisabeth Bergner u.a.)
Am Flügel: Joachim Bärenz
Einführung: Ursula v. Keitz (Konstanz)

Freitag, 2.11.2012

IV. WISSENSCHAFTLICHE UND POLITISCHE DISKURSE

9.00 Uhr – 9.45 Uhr
Marianne Wünsch (Kiel): Arthur Schnitzlers "Paracelsus" im Kontext zeitgenössischer Hypnose-Theorien

9.45 Uhr – 10.30 Uhr     
Andrew Webber (Cambridge):  Namen-  und Familienähnlichkeiten: Fallgeschichte und Falldramen bei Schnitzler

10.30 Uhr – 11.00 Uhr     Kaffeepause

11.00 Uhr – 11.45 Uhr                   
Marie Kolkenbrock (Cambridge): Arthur Schnitzlers "Flucht in die Finsternis" – eine literarische Fallgeschichte?

11.45 Uhr – 12.30 Uhr                   
Max Haberich (Cambridge): Aufgeklärt, apolitisch, individuell: „Das Richtige tun“ – Arthur Schnitzlers Stellung zur jüdischen Frage

12.30 Uhr – 14.00 Uhr     Mittagspause

V. (INTER)MEDIALITÄTEN 

14.00 Uhr – 14.45 Uhr  
Rüdiger Görner (London): Reigen der Stimmen. Zu Arthur Schnitzlers musikalischem Erzählen

14.45 Uhr – 15.30 Uhr  
Gustav Frank (München) / Madleen Podewski (Wuppertal/Berlin): Medienordnungen. "Die Traumnovelle" in der "Dame"

 15.30 Uhr – 16.00 Uhr     Kaffeepause 

16.00 Uhr – 16.45 Uhr                   
Hans Peter Buohler (Freiburg/Berlin): Schnitzlers ›anmutiges Monstrum‹. Der junge Medardus als Historiendrama und Filmprojekt

19.00 Uhr     Gemeinsames Abendessen

Samstag, 3.11.2012

VI. AUTORENBEZÜGE

9.00 Uhr – 9.45 Uhr       
Achim Aurnhammer (Freiburg): Schnitzler und Goethe

9.45 Uhr – 10.30 Uhr     
Giovanni Tateo (Lecce): "Ein wirklicher Schriftsteller". Ferdinand von Saar und Arthur Schnitzler – ein literarisches Konstrukt?

10.30 Uhr – 11.00 Uhr      Kaffeepause 

VII. INNER- UND AUSSEREUROPÄISCHE REZEPTION 

11.00 Uhr – 11.45 Uhr   
Judith Beniston (London): Schnitzlers Bemühungen um die Londoner Bühne

11.45 Uhr – 12.30 Uhr                   
Xiaoqiao Wu (Beijing): Die Schnitzler-Rezeption in China

12.30 Uhr – 13.00 Uhr     Abschlussdiskussion