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    Herausgegeben von Margarete Jarchow und Dominik Orth. Kiel: Wachholtz 2020. [mehr]
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Veranstaltungskommentar zu: Zwillinge in der Literatur (Proseminar)

Nicht erst seit Shakespeares „Twelfth Night“ sind Zwillinge ein beliebtes Motiv und Thema in der Weltliteratur – bis heute. So finden sich auch in der deutschsprachigen Literatur zahlreiche Beispiele für Texte, die dieses Thema variantenreich aufgreifen: ob in Dramen des Sturm und Drang, in Prosatexten des 20. Jahrhunderts, in zeitgenössischen Kurzgeschichten und Romanen oder in der Kinder- und Jugendliteratur. In zum Teil enger Verwandtschaft mit den Motiven des Doppelgängers oder des Bruderkonflikts hat sich so eine lange Tradition dieses literarischen Themas herausgebildet, der wir in dieser Veranstaltung anhand exemplarischer Texte nachspüren.

Im Seminar werden wir jeweils Beispiele aus den erwähnten Gattungen und Epochen sowie für unterschiedliche Zielgruppen analysieren und interpretieren, um beispielhaft Motivtendenzen und -variationen herauszuarbeiten. Dabei steht auch die Motiv- und Themenforschung (Thematologie) als literaturwissenschaftliche Methode im Fokus. Zudem wird es darum gehen, Elemente der Dramen- und Erzähltextanalyse einzuüben.

Konkret beschäftigen wir uns mit:

• „Die Zwillinge“ von Friedrich Maximilian Klinger (Drama, 1776)
• „Wälsungenblut“ von Thomas Mann (Erzählung, 1921 [1906])
• „Geschichte der beiden Zwillinge“ von Hans Henny Jahnn (Kurzgeschichte, 1954 [1929])
• „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner (Roman [KJL], 1949)
• „Nichtschwimmer“ von Annette Mingels (Kurzgeschichte, 2007)
• „Wer ich bin“ von Sigrid Zeevaert (Roman [KJL], 2009)
• „Schwimmerbecken“ von Ulrike Anna Bleier (Roman, 2016)
• „Flechten“ von Barbara Schibli (Roman, 2017)

Es handelt sich um ein äußerst lektüreintensives Seminar, die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre der zahlreichen und zum Teil anspruchsvollen Primärtexte wird vorausgesetzt.

Veranstaltungskommentar zu: Theodor Storms "Immensee" und die Praxis der Literaturwissenschaft (Proseminar)

In diesem Seminar steht eine einzige Novelle im Mittelpunkt des Interesses: Theodor Storms „Immensee“ aus dem Jahr 1851. Anhand dieser Erzählung, die eine der erfolgreichsten des Autors ist und sich zudem auch in der Forschung nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, wird im Verlauf des Semesters die Vielfalt der literaturwissenschaftlichen Arbeit aufgezeigt. Dadurch sollen die mannigfaltigen Zugänge zu einem literarischen Text praxisorientiert und exemplarisch erarbeitet und somit veranschaulicht werden, womit verdeutlicht wird, wie unterschiedlich die Fragestellungen und Forschungsergebnisse ausfallen können, je nachdem, unter welchen Blickwinkeln ein Werk betrachtet wird.

Dabei gehen wir zunächst vom Text selbst aus, werden Fragen der Edition berühren und einen Vergleich zweier Fassungen der Novelle vornehmen. Basierend auf dieser Textsicherung wird es im Folgenden um eine werkimmanente Analyse und Interpretation gehen, wobei insbesondere narrative und ästhetische Strategien reflektiert werden. Dann weiten wir den Blick auf den Kontext, streifen biografische Aspekte des Autors, diskutieren die literaturhistorische Verortung und erarbeiten uns die Rezeptionsgeschichte des Textes. In einem weiteren Schritt sondieren wir die Forschungslage, üben Formen des Bibliografierens und widmen uns daraufhin ausgewählten Sekundärtexten, in denen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Literaturtheorien und Methoden die Novelle gedeutet wird. Durch die Lektüre eines weiteren Primärtextes – „Tonio Kröger“ von Thomas Mann, worin explizit auf „Immensee“ verwiesen wird – reflektieren wir insbesondere Elemente der Intertextualität als literaturwissenschaftliche Methode. Abschließend wenden wir uns zwei filmischen Adaptionen aus den Jahren 1943 und 1989 zu.

Übergreifendes Ziel wird es sein, die einzelnen praktischen Zugänge abstrahiert von unserem Gegenstand zu erörtern und kritisch zu reflektieren, um so einen umfassenden literaturwissenschaftlichen ‚Werkzeugkoffer‘ zu erarbeiten, auf den im weiteren Verlauf des Studiums immer wieder zurückgegriffen werden kann. Die Bereitschaft zur Lektüre und Vorbereitung zahlreicher Sekundärtexte wird vorausgesetzt.

Veranstaltungskommentar zu: Von "Andorra" bis "Montauk": Dramen und Erzähltexte von Max Frisch (Proseminar)

Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch (1911–1991) hat die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts mit seinen Dramen und Erzähltexten entscheidend geprägt. Das Hauptthema seiner Texte lässt sich am ehesten mit dem Schlagwort Identität erfassen, doch auch gesellschaftskritische Aspekte sind in seinem Werk zu finden.

Im Seminar werden wir neben einzelnen populären und mitunter kontrovers diskutierten Dramen und Erzählschriften auch Texte analysieren und interpretieren, die eher weniger Beachtung gefunden haben. Dabei wird aus den Gattungen Drama und Erzähltext jeweils ein Werk aus der Früh-, der Haupt- und der Spätphase seines Schaffens im Zentrum stehen, um einen möglichst breiten Eindruck zu erhalten. Neben der Einübung von Elementen der Dramen- und Erzähltextanalyse soll die Fähigkeit erlernt werden, literaturwissenschaftliche Interpretationen argumentativ adäquat abzusichern.

Behandelt werden:

• Antwort aus der Stille (Erzählung, 1937)
• Nun singen sie wieder (Drama, 1946)
• Homo faber. Ein Bericht (Roman, 1957)
• Andorra (Drama, 1961)
• Montauk (Erzählung, 1975)
• Biografie. Ein Spiel (Drama, Fassung von 1984)

Veranstaltungskommentar zu: Filmnarratologie (Hauptseminar)

Nicht nur in literarischen Prosatexten werden Geschichten auf die eine oder andere Weise erzählt, auch fiktionale Spielfilme sind von narrativen Elementen geprägt. Es ist daher wenig überraschend, dass innerhalb der allgemeinen Erzähltheorie auch das Medium Film in den Fokus geraten ist. Trotz der unterschiedlichen Ausdrucksmittel der Medien Literatur und Film lassen sich durchaus Ähnlichkeiten hinsichtlich diverser Aspekte des Erzählens finden. Dementsprechend dient die von der Literaturwissenschaft ausgehende Narratologie oftmals als Ausgangspunkt für theoretische und analysebezogene Überlegungen zu Filmerzählungen. Dabei ist es insbesondere das einflussreiche Modell Gérard Genettes, das filmnarratologische Arbeiten beeinflusst hat. Entsprechend der Spezifika filmischen Erzählens sind jedoch Anpassungen und Erweiterungen vorgenommen worden.

In diesem Seminar stehen, auf der Basis theoretischer Grundlagen der Filmnarratologie, insbesondere darauf beruhende Analysekonzepte im Zentrum. Wir eruieren, wie ein Film hinsichtlich seiner Erzählformen adäquat analysiert werden kann. Konkret wird es dabei in erster Linie um a) Zeit-, b) Perspektiven-, c) Ebenen- und d) komplexe Strukturen gehen. Auch der oft diskutierte Themenbereich des unzuverlässigen Erzählens wird in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Zudem reflektieren wir die Spezifika des Erzählens in Stummfilmen. Als Beispiele dienen, je nach den dominierenden Erzählkonzepten, diverse Werke aus der Filmgeschichte (insbesondere – aber nicht ausschließlich – aus dem deutschsprachigen Raum).

Konkret analysieren wir:

• Das Cabinet des Dr. Caligari (1920, Regie: Robert Wiene)
• M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931, Regie: Fritz Lang)
• Lola rennt (1998, Regie: Tom Tykwer)
• Auf der anderen Seite (2007, Regie: Fatih Akin)
• Mr. Nobody (2009, Regie: Jaco Van Dormael)
• The Affair (2014-2019, Idee: Hagai Levi, Sarah Treem; Folge S1 E1)

Organisatorischer Hinweis: Die Filme sind eigenständig zu organisieren, die meisten sind über die gängigen Streamingportale (zum Teil mit Leihgebühr) verfügbar, einige jedoch nur auf DVD/Bluray. Teilnehmende des Seminars müssen in der Lage sein, die (technischen) Voraussetzungen zur Sichtung aller behandelten Filme zu erfüllen, also bspw. DVDs/Blurays abspielen zu können, und/oder über die entsprechenden Abonnements/Zugänge zu diversen Streamingportalen verfügen (selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass die Studierenden sich untereinander entsprechend verständigen, um eventuell fehlende Voraussetzungen gegenseitig auszugleichen). Die Bereitschaft zur umfassenden Lektüre theoretischer Sekundärtexte wird ebenso vorausgesetzt wie die vorbereitende Sichtung aller behandelten Primärwerke zu den entsprechenden Sitzungsterminen.